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Rote Trauben

Die Schale der roten Trauben ist mitentscheidend für den daraus erzeugten Wein. Dies gilt zumindest, wenn die rote Traube zum Erzeugen von rotem Wein oder Rosé verwendet wird. Bei Rotwein bzw. Rosé wird der Gärprozeß ganz oder teilweise als Maischegärung durchgeführt (d.h. die Trauben werden vor der Gärung höchstens angemahlen). Zusätzlich kann auch eine Mazeration vor oder nach der Gärung erfolgen, dann bleiben Traubensaft und -schale eine gewisse Zeit zusammen, ohne dass eine Gärung stattfindet. Die Kontrolle erfolgt durch entsprechende Kühlung.

Die Traubenschale gibt dem Rotwein - neben der Farbe - weitere Extraktstoffe wie z.B. das für Rotwein charakteristische Tannin, das u.a. auch für die Haltbarkeit des Weins mitverantwortlich ist. Der Önologe entscheidet, wie lange Schale und Saft zusammen bleiben und hat hier ein wichtiges Steuerungsmittel (unter vielen), wie sich ein Wein letztendlich entwickelt.

Es ist auch möglich, Weißwein aus roten Trauben zu erzeugen. Dazu muss, wie bei weißen Trauben, der Saft direkt abgepresst und von der Schale sofort getrennt werden. Dies wird i.A. bei roten Trauben angewendet, die in der Assemblage (Verschnitt mit anderen Weinen) eine gewünschte Geschmacksnuance beitragen sollen. Beispiele sind dafür die Verwendung von Pinot Noir (Spätburgunder) im spanischen Cava, oder - noch prominenter - Champagner, für den neben der weißen Chardonnay Traube nur die beiden roten Trauben Pinot Noir und Pinot Meunier (Schwarzriesling) verwendet werden dürfen.



Derzeit führen wir Weine u.a. aus folgenden Rebsorten:


Barbera

Barbera ist die im Piemont am häufigsten vorkommende Traube, in Italien ist sie die nach Sangiovese am häufigsten angebaute Rebsorte.
Die Traube ist dunkel, säurereich und eher gerbstoffarm. Bei Ertragsbeschränkung und in guten Lagen kann voller, kräftiger Wein mit gutem Alterungspotenzial ausgebaut werden. Auch Barrique-Ausbau ist möglich.


Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon ist eine der klassischen Trauben aus dem Medoc, kann aber auf warmen Böden in Weinregionen rund um die Welt erstklassige Ergebnisse bringen.

Die Traube ist klein, dunkel und reift ziemlich spät. Sie erbringt einen relativ gerbstoffreichen Wein mit intensiver Farbe und einem starken Aroma von schwarzen Johannisbeeren und Kräutern.

Der Wein sollte aufgrund des Gerbstoffs relativ lang in Fass und Flasche reifen und hat auch ein sehr gutes Alterungspotenzial. Cabernet Sauvignon wird häufig mit anderen Trauben z.B. Merlot verschnitten.


Merlot

Merlot wird häufig sortenrein ausgebaut, aber auch im Verschnitt mit sehr kräftigen Trauben wie Cabernet Sauvignon oder Tempranillo, da sie als optimale Ergänzung betrachtet wird. Verglichen mit dem „großen Bruder“ Cabernet Sauvignon hat sie weniger Tannin und Säure, ihr Wein wird oft als „geschmeidig“ bezeichnet.

Die Sorte ist weltweit verbreitet und belegt mit 165.000 Hektar den sechsten Platz. In Italien wird sie auf rund 30.000 Hektar angebaut. Auch in Nordspanien (Navarra, Somontano) ist sie häufig anzutreffen. Ab den 1990er-Jahren wurde sie in der Neuen Welt populär, in Kalifornien belegt sie 14.000 Hektar. In Australien, Südafrika und Neuseeland ist sie im Kommen.


Monastrell

Die rote Rebsorte wird in Spanien großflächig angebaut. Sie belegt dort über 100.000 Hektar Rebfläche und zählt damit zu den häufigsten Sorten weltweit.

Die spät reifende Sorte ist resistent gegen Trockenheit, die Beeren sind klein, dickschalig und süß. Sie erbringt alkohol- und tanninreiche, dunkle, kräftige Rotweine. Sie ist bestens geeignet auch für Barrique-Ausbau in amerikanischer Eiche.


Nebbiolo

Nebbiolo ist neben Barbera die große Rebsorte des Piemont. Die Nebbiolo-Weine Barolo und Barbaresco sind weltbekannte Weine, die auch ihren Preis haben. Man kann Nebbiolo fast zu den edelsten Sorten der Welt, den "cépages nobles" zählen.

Jung genossen sind diese Weine fast zu kräftig und haben viel Tannin und Säure. Aber sie reifen hervorragend und haben großes Alterungspotenzial. Die Weine haben ein aromatisches Bouquet nach Veilchen und Rosen, manchmal etwas Teer.

Der Name der Rebsorte leitet sich wahrscheinlich vom italienischen Wort für Nebel (nebbia) ab, denn sie gedeiht dort am besten, wo im Herbst milde Frühnebel die Trauben zur späten Reife bringen.


Nero d'Avola

Die "Schwarze von Avola" ist zwischenzeitlich eine sehr bekannte Rebsorte geworden. Sie ist eine autochthone Rebe, die wahrscheinlich aus Kalabrien stammt, aber jetzt fast ausschließlich in Sizilien kultiviert wird.

Die qualitativ hochstehende Sorte erbringt alkohol- und farbstarke Weine, die Alterungspotenzial haben, aber auch jung getrunken werden können. Sie wird sortenrein ausgebaut, eignet sich aber auch zum Verschnitt mit Syrah, Cabernet Sauvignon u.a.


Primitivo

Primitivo ist eine Rebe, die fast ausschließlich in Apulien angebaut wird. Sie ist modern geworden, da angenommen wurde, dass sie identisch mit der in Kalifornien häufig angebauten Sorte Zinfandel sei. Nach DNS Untersuchungen wurde diese Aussage korrigiert, jedoch sind Primitivo und Zinfandel sehr nahe verwandt.

Primitivo erbringt einen tiefdunklen, würzigen und alkoholreichen Wein, der oft sortenrein ausgebaut wird, aber häufig auch als Verschnittpartner mit spät reifenden Sorten dient.


Sangiovese

Sangiovese ist mit knapp 100.000 Hektar die am häufigsten angebaute italienische Rotweinsorte. Die Sorte ist uralten Ursprungs und vor allem in Mittelitalien verbreitet. Es gibt zahlreiche Klone der Sangiovese Traube, die sich durch die daraus gekelterten Weine auch unterscheiden und sortentypisch sind. Die bekanntesten Synonyme bzw. Varietäten sind Brunello (Klon für den DOCG Brunello di Montalcino aus der Toskana) und Prugnolo Gentile (Klon für den DOCG Vino Nobile di Montepulciano).

Sangiovese ist u.a. die Hauptsorte für die DOCG-Weine Chianti und Chianti-Classico. Ein Charakteristikum ist die langsame und späte Reife. Die Sangiovese-Weine weisen in der Regel außergewöhnlich viel Tannin und Säure, sowie eine hellere Farbe auf. Sie sind zumeist fruchtig, alkoholreich und für lange Lagerung geeignet.


Shiraz

Die rote Shiraz Traube ist genetisch identisch mit Syrah und wird überwiegend in Australien und auch Südafrika angebaut.

Geschmacklich unterscheiden sich Shiraz Weine zum Teil erheblich von (französischen) Syrah Weinen, was aber neben unterschiedlichem Terroir auch auf unterschiedliche Vinifikationsmethoden in "Neuer Welt"und "Alter Welt" zurückzuführen ist. Der Shiraz-Wein ist in der Regel süßer und reifer und der Geschmack erinnert an Schokolade.


Tempranillo

Tempranillo ist die große Rebe aus Spanien. Sie ist überall in Spanien anzutreffen und wird entweder rebsortenrein (vor allem in Ribera del Duero) oder meist im Verschnitt mit anderen Rebsorten ausgebaut und gibt diesen Weinen Rückgrat. Auch in Rioja ist sie weitaus die wichtigste Rebsorte.

Die Weine haben meistens relativ viel Tannin und wenig Säure, haben aber dennoch ein großes Alterungspotenzial. Tempranillo bedeutet "der Frühe" und deutet daraufhin, dass die Traube sehr früh im Jahr reif wird. Tempranillo ist bestens geeignet zum Ausbau in neuen Barriques aus kräftiger, amerikanischer Eiche.